Massage

Dein Weg zur selbständigen Massagetherapeutin in der Schweiz

Dieser umfassende Leitfaden begleitet dich Schritt für Schritt auf deinem Weg in die Selbständigkeit als Massagetherapeutin oder Massagetherapeut in der Schweiz. Von der Wahl deiner Qualifikation über die Versicherungsanerkennung bis hin zur Geschäftsgründung und Kundengewinnung decken wir alle wichtigen Themen ab.

Der Weg zur selbständigen Massagetherapeutin in der Schweiz ist gut machbar, erfordert aber sorgfältige Planung. Im Wesentlichen durchläufst du folgende Phasen:

  • Phase 1 (1-3 Monate): Qualifikationen und Weiterbildungen abschliessen oder planen. Rechtsform wählen und Einzelfirma oder GmbH gründen.
  • Phase 2 (2-4 Monate): Sozialversicherungen anmelden (AHV, BVG), Berufshaftpflichtversicherung abschliessen, Räumlichkeiten suchen und einrichten.
  • Phase 3 (1-3 Monate): Versicherungsanerkennung beantragen (EMR/ASCA), Marketing und Website aufbauen, erste Kunden gewinnen.
  • Phase 4 (laufend): Fortbildungen absolvieren, Kundenstamm aufbauen, Geschäft optimieren.

Je nach deinem Ausgangspunkt kannst du in 3-6 Monaten dein eigenes Geschäft eröffnen. Wenn du als Selbstzahler-Praxis startest (ohne Krankenkassenanerkennung), geht es sogar noch schneller. Die Anerkennung durch die Zusatzversicherung kannst du parallel aufbauen.

Wichtig: Nimm dir Zeit, um jeden Schritt sorgfältig durchzuarbeiten. Dieser Guide hilft dir dabei, nichts Wichtiges zu vergessen und gibt dir alle nötigen Links und Informationen an die Hand.

Gute Nachricht: Du kannst sofort als Massagetherapeutin starten, auch ohne Krankenkassenanerkennung! Als sogenannte Selbstzahler-Praxis bietest du deine Dienstleistungen direkt an Kunden an, die aus eigener Tasche bezahlen. Das ist ein hervorragender Weg, um schnell loszulegen und erste Erfahrungen zu sammeln.

Dabei gibt es einige wichtige Punkte zu beachten:

  • Titel: Ohne eidgenössischen Fachausweis (EFA) oder Höhere Fachprüfung (HFP) darfst du dich nicht als «Medizinische/r Masseur/in» bezeichnen. Verwende stattdessen Begriffe wie «Klassische Massage», «Wellness-Massage» oder «Massagetherapie».
  • Keine medizinischen Heilversprechen: Du darfst nicht behaupten, medizinische Beschwerden zu behandeln oder zu heilen. Formuliere dein Angebot entsprechend vorsichtig.
  • Zusatzversicherung: Deine Kunden können die Behandlungen nicht über die Zusatzversicherung abrechnen, solange du keine EMR- oder ASCA-Anerkennung hast.

Der grosse Vorteil: Du kannst sofort beginnen, Umsatz generieren und dir einen Kundenstamm aufbauen, während du parallel die Anerkennung durch EMR oder ASCA anstrebst. Viele erfolgreiche Therapeutinnen haben genau so angefangen. Unterschätze nicht die Kraft zufriedener Kunden, die dich weiterempfehlen, unabhängig davon, ob die Versicherung zahlt oder nicht.

Die Anerkennung durch ein Qualitätslabel ist ein wichtiger Schritt, damit deine Kunden die Behandlungskosten über ihre Zusatzversicherung abrechnen können. In der Schweiz gibt es zwei Hauptregister:

EMR (Erfahrungsmedizinisches Register): Das EMR ist das grösste und bekannteste Register. Für die Anerkennung benötigst du mindestens 150 Stunden Methodenausbildung in deiner Fachrichtung plus 150 Stunden medizinische Grundlagenausbildung (Anatomie, Physiologie, Pathologie). Die einmalige Registrierungsgebühr beträgt ca. CHF 400 plus CHF 200 pro Methode, die Jahresgebühr liegt bei ca. CHF 360.

ASCA (Schweizerische Stiftung für Komplementärmedizin): ASCA verlangt mindestens 200 Stunden Methodenausbildung plus 150 Stunden medizinische Grundlagenausbildung. Die einmalige Gebühr beträgt ca. CHF 250, die Jahresgebühr ca. CHF 320. Zusätzlich musst du jährlich 16 Stunden Fortbildung nachweisen.

Die meisten grossen Krankenversicherer wie Helsana, Visana, Swica und CSS akzeptieren sowohl EMR als auch ASCA. Die EGK hat ein eigenes Anerkennungssystem. Die Bearbeitung deines Antrags dauert in der Regel 4-12 Wochen. Tipp: Reiche deinen Antrag so früh wie möglich ein, damit du die Wartezeit überbrücken kannst.

In der Schweiz gibt es verschiedene Qualifikationsstufen für Massagetherapeuten. Die Wahl hängt von deinen Zielen und der gewünschten Spezialisierung ab:

  • Eidg. Diplom Medizinische/r Masseur/in HFP: Die höchste Qualifikation im Bereich der medizinischen Massage. Diese Höhere Fachprüfung wird von der OdA MM organisiert und erlaubt dir, den geschützten Titel «Medizinische/r Masseur/in» zu führen.
  • Eidg. Fachausweis (EFA): Ein anerkannter Abschluss, der fundierte Kenntnisse in Massage und medizinischen Grundlagen bestätigt.
  • Naturheilpraktiker/in TEN: Eine Alternative über die OdA AM, die traditionelle europäische Naturheilkunde umfasst und auch Massage einschliesst.
  • Private Schuldiplome: Viele anerkannte Schulen bieten eigene Diplome an, die für die EMR/ASCA-Anerkennung ausreichen.

Bezüglich kantonaler Bewilligungen gilt: Für medizinische Massage brauchst du in fast allen Kantonen eine Berufsausübungsbewilligung. Die Ausnahme ist der Kanton Zürich, der keine spezifische Bewilligung verlangt. Für Wellness-Massage hingegen verlangen viele Kantone keine spezielle Bewilligung. Erkundige dich unbedingt bei deiner kantonalen Gesundheitsdirektion über die geltenden Bestimmungen.

Unser Tipp: Auch wenn du bereits Erfahrung hast, investiere in eine solide Ausbildung. Sie gibt dir nicht nur das nötige Fachwissen, sondern auch das Selbstvertrauen, um dich erfolgreich selbständig zu machen.

Ein Beitritt zu einem Berufsverband ist zwar nicht obligatorisch, bietet aber viele Vorteile. Berufsverbände unterstützen dich mit Fachwissen, Netzwerk, vergünstigten Versicherungen und Weiterbildungsangeboten. Hier die wichtigsten Verbände für Massagetherapeuten in der Schweiz:

  • OdA MM (Organisation der Arbeitswelt Medizinische Massage): Die zentrale Organisation für medizinische Massage. Verantwortlich für die eidgenössischen Prüfungen und Qualitätsstandards.
  • SVBM (Schweizerischer Verband für Berufsmassage): Einer der traditionsreichsten Verbände. Bietet vergünstigte Berufshaftpflichtversicherungen, Rechtsberatung und regelmässige Fortbildungen.
  • VDMS (Verband Diplomierter Medizinischer Masseure Schweiz): Vertritt die Interessen von diplomierten medizinischen Masseuren und bietet ebenfalls attraktive Versicherungslösungen.
  • NVS (Naturärzte Vereinigung der Schweiz): Relevant, wenn du auch im Bereich Naturheilkunde tätig bist. Bietet Zugang zu einem breiteren Therapeutennetzwerk.

Die Mitgliedschaft in einem Verband signalisiert deinen Kunden Professionalität und Qualität. Zudem erhältst du Zugang zu günstigen Kollektivversicherungen, was gerade in der Startphase finanziell hilfreich sein kann. Vergleiche die Angebote und wähle den Verband, der am besten zu deiner Ausrichtung passt.

Als erstes musst du dich für eine Rechtsform entscheiden. Für Massagetherapeuten kommen hauptsächlich zwei Optionen in Frage:

Einzelfirma (Einzelunternehmen): Die einfachste und günstigste Option. Du bist sofort startklar, sobald du dich bei der AHV-Ausgleichskasse als Selbständigerwerbende/r anmelden lässt. Ab einem Jahresumsatz von CHF 100'000 bist du verpflichtet, dich ins Handelsregister einzutragen. Die Einzelfirma eignet sich ideal für den Start, da keine Gründungskosten anfallen und die Buchhaltung einfach ist.

GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung): Bietet dir den Vorteil der beschränkten Haftung, erfordert aber ein Stammkapital von mindestens CHF 20'000 und eine notarielle Gründung. Die GmbH kann sinnvoll sein, wenn du von Anfang an Mitarbeitende anstellen möchtest oder höhere Haftungsrisiken bestehen.

Für die meisten Massagetherapeuten ist die Einzelfirma der ideale Einstieg. Du kannst später immer noch auf eine GmbH wechseln, falls dein Geschäft wächst. Vergiss nicht, eine UID-Nummer (Unternehmens-Identifikationsnummer) zu beantragen und dich im KMU Portal über weitere Pflichten zu informieren.

Als Selbständigerwerbende/r bist du für deine Sozialversicherungen selbst verantwortlich. Das ist einer der wichtigsten administrativen Schritte bei der Gründung. Hier ein Überblick:

AHV/IV/EO (1. Säule): Die Anmeldung bei der kantonalen Ausgleichskasse ist obligatorisch. Du zahlst Beiträge basierend auf deinem Nettoeinkommen. Der Mindestbeitrag liegt bei ca. CHF 514 pro Jahr, der Maximalbeitrag bei ca. CHF 25'700. Melde dich innerhalb von 90 Tagen nach Aufnahme deiner Tätigkeit an.

Berufliche Vorsorge (2. Säule / BVG): Als Selbständigerwerbende/r bist du nicht obligatorisch BVG-versichert. Du kannst dich aber freiwillig einer Vorsorgeeinrichtung anschliessen, entweder über deinen Berufsverband oder die Auffangeinrichtung BVG. Das ist besonders empfehlenswert, wenn du langfristig eine gute Altersvorsorge aufbauen möchtest.

Private Vorsorge (3. Säule / Säule 3a): Ohne 2. Säule kannst du bis zu 20% deines Nettoeinkommens (maximal CHF 35'280 pro Jahr, Stand 2026) in die Säule 3a einzahlen und von Steuerabzügen profitieren. Nutze diese Möglichkeit unbedingt.

Tipp: Die SVA Zürich bietet einen besonders guten Online-Service für die Anmeldung und Verwaltung deiner AHV-Beiträge. Auch wenn du nicht im Kanton Zürich wohnst, lohnt sich ein Blick auf deren Informationsseiten.

Die richtige Versicherungsabdeckung ist für Massagetherapeuten essenziell. Hier die wichtigsten Versicherungen:

Berufshaftpflichtversicherung: Dies ist die wichtigste Versicherung für deine Praxis. Sie schützt dich, falls ein Kunde durch eine Behandlung zu Schaden kommt. Über Berufsverbände wie SVBM oder VDMS erhältst du vergünstigte Tarife ab ca. CHF 150-400 pro Jahr. Bei Direktabschluss bei einem Versicherer zahlst du ca. CHF 400-800 pro Jahr. Achte darauf, dass die Deckungssumme mindestens CHF 3 Millionen beträgt.

Unfallversicherung (UVG): Als Selbständigerwerbende/r bist du nicht obligatorisch unfallversichert. Es ist jedoch dringend empfohlen, eine freiwillige UVG-Versicherung abzuschliessen, da du als Massagetherapeutin einem gewissen Verletzungsrisiko ausgesetzt bist (z.B. Belastung der Hände und des Rückens).

Krankentaggeldversicherung: Deckt deinen Erwerbsausfall bei Krankheit ab. Als Selbständige/r erhältst du kein Gehalt, wenn du krank bist. Eine Taggeldversicherung zahlt dir nach einer vereinbarten Wartefrist (meist 30-90 Tage) ein tägliches Krankentaggeld. Die Kosten variieren je nach Alter, Wartefrist und versichertem Tagessatz.

Hole mehrere Offerten ein und vergleiche die Leistungen. Berufsverbände bieten oft die besten Konditionen, da sie Kollektivverträge ausgehandelt haben.

Eine gute Geschäftsadministration ist die Grundlage für einen reibungslosen Praxisalltag. Hier die wichtigsten Punkte:

Geschäftskonto: Eröffne ein separates Geschäftskonto, um private und geschäftliche Finanzen sauber zu trennen. Gute Optionen für Kleinunternehmen sind Migros Bank, UBS, Raiffeisen und PostFinance. Vergleiche die Kontogebühren, denn diese können stark variieren (von gratis bis CHF 15+ pro Monat).

Rechnungsstellung: Verwende eine professionelle Rechnungssoftware wie Bexio, Klara oder Smallinvoice. So stellst du sicher, dass deine Rechnungen alle gesetzlich erforderlichen Angaben enthalten (Name, Adresse, UID-Nummer, MwSt. falls anwendbar, etc.).

Terminbuchung: Ein Online-Buchungssystem spart dir enorm viel Zeit. Plattformen wie Treatwell, Shore oder Calendly ermöglichen es deinen Kunden, rund um die Uhr Termine zu buchen. Viele bieten auch automatische Erinnerungen per SMS oder E-Mail.

Geschäftstelefon: Überlege dir, ob du eine separate Geschäftsnummer benötigst. Ein Prepaid-Abo oder eine virtuelle Nummer kann eine kostengünstige Lösung sein. So kannst du geschäftliche und private Anrufe klar trennen.

Die Wahl und Einrichtung deiner Praxisräumlichkeiten hat einen grossen Einfluss auf dein Geschäft und das Wohlbefinden deiner Kunden. Hier einige Überlegungen:

Standortwahl: Überlege dir, ob du eine eigene Praxis mietest, einen Raum in einer bestehenden Praxis untermietest oder von zu Hause aus arbeitest. Jede Option hat Vor- und Nachteile. Ein Untermiete-Arrangement ist oft der günstigste Einstieg und ermöglicht dir, die Infrastruktur (Empfang, Wartezimmer) mitzunutzen.

Ausstattung: Du brauchst mindestens eine professionelle Massageliege (ca. CHF 500-2'000), Handtücher und Laken, Öle und Lotionen, einen Wäscheservice oder eine Waschmaschine, sowie angemessene Beleuchtung und Musik-Anlage. Investiere in Qualität, insbesondere bei der Massageliege, denn sie ist dein wichtigstes Arbeitsinstrument.

Hygienestandards: Sauberkeit ist in deiner Branche nicht verhandelbar. Stelle sicher, dass du Handtücher und Laken nach jeder Behandlung wechselst, regelmässig alle Oberflächen desinfizierst und frische Luft in den Raum lässt. Erstelle einen schriftlichen Hygieneplan und halte ihn konsequent ein.

Denke auch an die baurechtlichen Vorschriften: In manchen Gemeinden brauchst du eine Bewilligung, um in einer Wohnzone gewerblich tätig zu sein. Kläre das frühzeitig mit deiner Gemeinde ab.

Auch die beste Massagetherapeutin braucht Kunden. Mit einer klugen Marketingstrategie machst du von Anfang an auf dich aufmerksam:

Website und Branding: Eine professionelle Website ist heutzutage unverzichtbar. Sie ist deine digitale Visitenkarte und oft der erste Kontaktpunkt für potenzielle Kunden. smedium ist darauf spezialisiert, Selbständigen im Gesundheits- und Wellnessbereich zu helfen, mit professionellem Webdesign, Branding und digitalem Marketing. Von der Idee bis zum fertigen Auftritt begleitet dich smedium kompetent und unkompliziert.

Social Media: Instagram und Facebook eignen sich hervorragend, um deine Arbeit zu zeigen und eine Community aufzubauen. Teile Tipps zur Selbstmassage, zeige deine Praxisräumlichkeiten und teile Kundenbewertungen (mit Einwilligung). Regelmässigkeit ist wichtiger als Perfektion.

Google Business Profile: Erstelle ein kostenloses Google Business Profil. So erscheinst du in der lokalen Google-Suche und auf Google Maps. Bitte zufriedene Kunden um Bewertungen, denn positive Google-Rezensionen sind Gold wert.

Verzeichnisse: Trage dich in relevante Verzeichnisse ein, wie local.ch, search.ch, und in die Therapeutenverzeichnisse deiner Berufsverbände. Auch das EMR- und ASCA-Therapeutenverzeichnis sind wichtige Quellen für neue Kunden.

Du hast es bis hierher geschafft, das zeigt, dass du es ernst meinst! Hier ist deine Zusammenfassung der wichtigsten Schritte:

  • Qualifikation und Ausbildungsweg wählen
  • Rechtsform entscheiden (Einzelfirma empfohlen für den Start)
  • Bei der AHV-Ausgleichskasse als selbständigerwerbend anmelden
  • Berufshaftpflichtversicherung abschliessen
  • Räumlichkeiten suchen und einrichten
  • Versicherungsanerkennung (EMR/ASCA) beantragen
  • Geschäftskonto eröffnen und Buchhaltung einrichten
  • Website und Marketing aufbauen
  • Erste Kunden gewinnen

Du musst nicht alles auf einmal erledigen. Gehe Schritt für Schritt vor und feiere jeden Meilenstein. Der Weg in die Selbständigkeit ist ein Marathon, kein Sprint.

Brauchst du Hilfe mit deiner Website, deinem Branding oder deinem Marketing? smedium unterstützt Selbständige im Gesundheits- und Wellnessbereich mit massgeschneiderten Lösungen. Von der ersten Idee bis zum fertigen Online-Auftritt, damit du dich auf das konzentrieren kannst, was du am besten kannst: Menschen helfen.

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